Wissenschaft
Seidennadeln bringen Impfstoff unter Wasser in kleine Regenbogenforellen
Forschende des MIT und des US-Landwirtschaftsministeriums USDA haben laut MIT wasserbeständige Mikronadeln an Regenbogenforellen getestet, die nur 1–2 Gramm wiegen. Die Technik könnte frühere Impfungen ermöglichen. Die vorgelegten Angaben reichen jedoch nicht aus, um zu beurteilen, wie gut sie vor Krankheiten schützt.
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Der mögliche Vorteil liegt darin, die Fische früher im Leben impfen zu können. Laut Gregory Wiens, Forscher beim US-Landwirtschaftsministerium USDA und Mitautor der Studie, eignet sich die herkömmliche Impfung mit Nadeln für Regenbogenforellen schlecht, solange sie noch keine etwa 30 Gramm wiegen. Die Forschungsgruppe gibt an, dass die neuen Mikronadeln unter Wasser Impfstoffmaterial in Fische einbringen können, die nur 1–2 Gramm wiegen. Dabei handelt es sich nicht um eine allgemeine Mindestgröße für die Impfung von Fischen, sondern um Wiens’ Beschreibung des Problems in der Regenbogenforellenzucht. [1]
Die heutigen Verfahren haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Laut der Darstellung des MIT erreicht eine Behandlung über das Futter nicht zuverlässig jeden Fisch, während eine Behandlung im Bad größere Mengen des Mittels erfordert. Für herkömmliche Injektionen werden die Fische betäubt und zur Impfung aus dem Wasser genommen. Die Forschenden hoffen, dass die Mikronadeln die Handhabung vereinfachen. Der Nachrichtenbericht enthält jedoch keine gemessenen Vergleichsdaten, die weniger Stress, kürzere Arbeitszeiten oder weniger Nadelstichverletzungen beim Personal belegen. [1]
Die technische Hürde war das Wasser selbst. Die Forschungsgruppe hatte zuvor seidenbasierte Mikronadeln für Pflanzen entwickelt. Die ersten Varianten für Fische wurden jedoch zu schnell weich oder lösten sich auf. Der Inhalt trat aus, bevor die Nadeln die Haut durchdringen konnten. Die Lösung, die das MIT nun beschreibt, ist eine dünne Schicht Schellack: ein Harz, das auch für Lebensmittelüberzüge und in Arzneimitteln verwendet wird. Die Schicht bildet eine Feuchtigkeitsbarriere, die die Seide vor dem Anbringen schützt. [1]
Die Nadeln sollen oberflächlich in die nasse Haut eindringen, beim Schwimmen des Fisches haften bleiben und ihren Inhalt abgeben, bevor sich das Material abbaut. Laut MIT hat die Gruppe die Verabreichung verschiedener Arten von Impfstoffmaterial demonstriert und Varianten mit unterschiedlicher Wasserbeständigkeit und Freisetzungsgeschwindigkeit entwickelt. Die Arbeit wird in einer Studie beschrieben, die nach Angaben der Universität in der Fachzeitschrift ACS Nano veröffentlicht wurde. [1]
Diese Verabreichung muss von einem nachgewiesenen Schutz vor Krankheiten unterschieden werden. Dass Impfstoffmaterial in den Fisch gelangt, dass das Immunsystem darauf reagiert und dass der Fisch anschließend eine Infektion besser übersteht, sind verschiedene Schritte. Die verfügbaren Nachrichtenberichte liefern nicht genügend Ergebnisse, um die beiden letztgenannten Schritte zu beurteilen. Sie zeigen also nicht, wie gut die Methode vor Krankheiten schützt oder ob sie sicherer ist als herkömmliche Injektionen. [1] [2]
Auch das Branchenmedium Salmon Business, das über die Arbeit des MIT berichtet und keine eigene experimentelle Überprüfung vornimmt, betont, dass die Versuche Regenbogenforellen betreffen. Die Ergebnisse belegen weder die Leistungsfähigkeit im kommerziellen Betrieb noch eine Wirkung bei Atlantischem Lachs. Die Forschenden selbst sagen, dass vor einem Einsatz im Maßstab von Zuchtbetrieben weitere Entwicklung nötig ist. [1] [2]
Für Fischzüchter bleiben damit zwei entscheidende Fragen: Kann die Technik kleinen Fischen einen zuverlässigen Schutz vor Krankheiten bieten? Und wie lassen sich die Nadeln so anbringen, dass in einer großen Zuchtanlage jeder Fisch die vorgesehene Dosis erhält? Die Möglichkeit, Fische früher zu impfen, ist interessant – doch der Nutzen hängt davon ab, dass sowohl der Schutz als auch die praktische Handhabung funktionieren.

